Ärztliche Leitung
Dr. Alexander Janzen
Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und spez. Viszeralchirurgie
Zusatz-Qualifikationen:
- DKG Senior-Darmoperateur
Ziel des Darmkrebszentrums Unna ist die optimale Versorgung aller Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Darms. Im DKG-zertifizierten Darmkrebszentrum Unna haben sich für eine umfassende medizinische Versorgung Experten aus dem stationären Bereich mit Hausärzten und Gastroenterologen vernetzt. Fachärztinnen und Fachärzte aus verschiedenen Disziplinen sind vertreten und sichern so eine qualitativ hochwertige Behandlung der Patienten. In diesem interdisziplinären Team arbeiten wir auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Leitlinien zusammen.
Erkrankungen des Darms gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, die einer haus- oder klinikärztlichen Behandlung bedürfen. Die Früherkennung, eine richtige Diagnosestellung und eine qualitativ hochwertige Behandlung durch Spezialisten sind für den Heilungserfolg von entscheidender Bedeutung. Im zertifizierten Darmkrebszentrum Unna werden Patientinnen und Patienten durch Fachärzte der Viszeralchirurgie und der Gastroenterologie von der Diagnostik über die Operation bis zur Entlassung gemeinsam betreut.
Das Behandlungskonzept eines Darmkrebses basiert sich auf drei Säulen: Chirurgie, Onkologie und Strahlentherapie. Die operative Entfernung des durch den Tumor betroffenen Darmteiles stellt in der Gesamtbehandlung einen bedeutenden Schritt dar und wird eventuell durch die Chemotherapie und Bestrahlung ergänzt. Daher bedarf jeder Fall einer Darmkrebserkrankung eine individuell angepasste Therapie. Die onkologischen operativen Verfahren sind standardisiert. Durch die Weiterentwicklung der Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) steigt die Anzahl der minimal-invasiv durchgeführten Eingriffe.
Dünndarm
Dickdarm
Mastdarm (Rectum)
Die Darmwand ist typisch dreischichtig aufgebaut. Innen ist der Darm mit einer Schleimhaut (Mukosa) ausgekleidet. Ihr folgt außen eine zweischichtige muskuläre Schicht (Tunica muscularis), die aus einer inneren Ring- und äußeren Längsmuskulatur besteht. Außen ist die Darmwand entweder mit Tunica serosa oder Tunica adventitis ( je nach Lage des Darmabschnitts) ausgekleidet. die Nahrung aus dem Magen in den Zwölffingerdarm geleitet wird, liegen insgesamt etwa 5 bis 7 Meter Darm vor ihr. Die Muskulatur in der Darmwand wälzt und quetscht den Inhalt und fördert ihn voran (Peristaltik). Die Nährstoffe und Flüssigkeit werden durch verschiedene Enzyme zersetzt und für die Zellen der Darmwand vorbereitet.
Funktionen des Darmes
Im Darmzentrum werden alle modernen Verfahren eingesetzt, um Darmerkrankungen zu erkennen:
Apparativ kann die Ausstattung am Christlichen Klinikum Unna in ihrem Spektrum mit der von Universitätskliniken verglichen werden.
Doppelballonenteroskopie
Eine zentrale Methode, die im interdisziplinären Team durch Chefarzt Jan Westermann angeboten werden kann, ist die so genannte „Doppelballonenteroskopie“. Sie erlaubt in einem komplizierten Verfahren das Auffädeln des gesamten Dünndarms auf ein Endoskopiegerät. Dadurch kann der Dünndarm komplett begutachtet und auch behandelt werden. In manchen Fällen wird mit der Doppelballonenteroskopie aber auch erst eine Diagnose gestellt, die dann zu einer gezielten Operation führt.
Video-Kapselendoskopie
Bei der Video-Kapselendoskopie wird eine etwa tablettengroße Kapsel geschluckt. Sie enthält eine winzige Kamera, über die Bilddaten an einen Computer gesendet werden können. So kann das gesamte Darmlumen inspiziert werden.
Ergänzende Untersuchungen
Geben die Voruntersuchungen Hinweise auf eine ernste Erkrankung des Darms, werden ergänzende Untersuchungen auf der interdisziplinären Viszeralstation erfolgen. Die Therapieempfehlungen für die Patienten resultieren aus den wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen. Fachärzte aller Disziplinen – von Onkologie, Innerer Medizin I über die Chirurgie bis zur Gynäkologie, Dermatologie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie bis Palliativmedizin - nehmen daran teil. Das Fachwissen aller Bereiche fließt hier zusammen, um individuell beste Therapieempfehlungen zu geben.
Beim Dickdarmkrebs ist in der Regel Operation der erste Behandlungsschritt. Das Ausmaß der Resektion richtet sich nach der Lokalisation des Tumors.
Die Darmkontinuität wird anschließend mit einer Naht der beiden gesunden Darmenden wiederhergestellt. Die Anlage eines künstlichen Darmausganges (Stoma) ist in meisten Fällen nicht notwendig.
Der 15-18 cm lange Mastdarm liegt im kleinen Becken und endet am After. Für die Planung der Behandlung wird die Höhe des Tumors zum After beurteilt. Während der Tumor im oberen Teil des Rektum meistens primär reseziert wird, bedürfen Tumore in der unteren Hälfte des Mastdarmes eine „sogenannte“ neoadjuvante Vorbehandlung (Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung). Nach einem Intervall von 4 bis 6 Wochen wird die Resektion angeschlossen. Bei der Schließmuskel nahen Tumorlage steigt das Risiko einer Mastdarmamputation (vollständige Mitentfernung des Afters und Schließmuskelapparates) mit einem bleibenden künstlichen Darmausgang. Mit modernen Vorbehandlungskonzepten und besonderen chirurgischen Techniken (colo-anale Rekonstruktion) ist dies eher die Ausnahme. Die Operation richtet sich beim Mastdarmkrebs nach der Lage des Tumors und dessen Abstand zum After.
Zudem versorgen wir im Darmzentrum Erkrankungen des Beckenbodens und des Afters.
Schonende Operationen
Wenn ein Operationsverfahren herangezogen werden muss, unterscheidet es sich je nach Erkrankung (Bösartigkeit, Entzündung, funktionelle Darmbeschwerden). Die Operationsmethoden (minimal-invasive, sanfte OP oder offene OP) entsprechen modernsten Empfehlungen und werden blutsparend durchgeführt. Operationen am Darm sind in unserer Klinik Routineeingriffe.
Spezielle Geräte zur Vermeidung eines künstlichen Darmausgangs
Die Erhaltung des Schließmuskels ohne dauerhaftes Stoma (künstlicher Darmausgang) kann heute mit modernsten OP-Techniken in über 90 Prozent realisiert werden. Zusätzlich steht bei Operationen am Enddarm (Rektum) eine spezielle Geräteausstattung (u.a. Lone-Star) zur Erhaltung des Schließmuskels zur Verfügung. Dadurch kann in den meisten Fällen auf die dauerhafte Anlage eines künstlichen Darmausgangs – zum Beispiel bei Tumoroperationen – verzichtet werden.
Behandlung unter Einsatz modernster Technik
Zur Vermeidung größerer Blutverluste werden Ultraschallskalpelle (SonoSurg) und bipolare Pinzetten eingesetzt. Die intraoperative Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane (IOUS) sowie die Möglichkeit zur gleichzeitigen Behandlung von Metastasen durch Radiofrequenzablation (RFA; Verbrennen von Krebszellen der Leber mit Hilfe von Radiowellen) oder chirurgische Ultraschallresektion (Gewebeentnahme unter Beobachtung mit Ultraschall) bietet eine Behandlung auf höchstem Niveau. Fernmetastasen können so erfolgreich im Gesamtkonzept mit behandelt werden.
Umfassende Nachbetreuung
Nach einer Operation erhalten die Patienten interdisziplinär in Intensiv- und Intermediate-Care-Einheiten des Christlichen Klinikums Unna Mitte eine bestmögliche Fürsorge. Danach werden die Patienten in der Regel auf die interdisziplinäre Viszeralstation verlegt und dort von einem Team aus spezialisierten Gastroenterologen, Chirurgen und Onkopsychologen (mit psychosozialer Beratung und Informationen über Selbsthilfe mit anderen Betroffenen) bis zur Entlassung behandelt.
Kooperationen über das Krankenhaus hinaus
Kooperationen mit der Selbsthilfegruppe ILCO Selbsthilfe (Hamm-Hellweg-Lippe) erleichtern unseren Patienten die Rückkehr in den Alltag nach der Entlassung. Die Anbindung an die weiterbehandelnden niedergelassenen Hausärzte und Gastroenterologen gewährt dabei eine lückenlose Gesamttherapie.
Wir bieten:
*Stomatherapie
In der Stomasprechstunde steht ein Team aus Ärzten und Fachpflegern den Stomapatienten (Patienten mit künstlichem Darmausgang) für Fragen und Beratung zur Verfügung.
Ihre Ansprechpartner:
*Zentrales Patientenmanagement
Alle Patientinnen und Patienten, die aufgrund der Darmerkrankung operiert werden müssen, werden durch das Zentrale Patientenmanagement (ZPM) betreut. Das bedeutet, dass von der Aufnahme bis zur Entlassung alle Schritte vorab geplant werden. Damit besteht für die Patientinnen und Patienten und die einweisenden Ärztinnen und Ärzte eine zentrale Anlaufstelle, die kompetente Auskunft bei Rückfragen geben kann.
Silvana Blazevic
T: 0 23 03 / 100 - 16 50
F: 0 23 03 / 100 - 17 99
Sprechzeiten
nach Vereinbarung
Öffnungszeiten des Sekretariats
Mo - Do 8.00 - 16.00 Uhr
Fr 8.00 - 15.00 Uhr
Elisabeth Kalwa, Anja Fahrer
T: 0 23 03 / 100 - 14 00
F: 0 23 03 / 100 - 15 49
Sprechzeiten
nach telefonischer Vereinbarung
Öffnungszeiten des Sekretariats
Mo, Di, Do 8.00 - 17.00 Uhr
Mi 8.00 - 15.00 Uhr
Fr 8.00 - 15.00 Uhr
Christliches Klinikum Unna | MITTE
Obere Husemannstraße 2
59423 Unna